fettsäuren

Superfood Hanfsamen – Teil 3 – Fettsäuren

Diese Woche folgt auch gleich schon der dritte Streich. Das Thema: Die gesunden Fettsäuren im Hanfsamen.

 

Die Fettsäuren im Hanfsamen

Wichtig ist es, darauf zu achten, ein Hanföl zu bekommen, was während der Pressung keinerlei Hitzeeinwirkung ausgesetzt wurde. Durch Hitzeeinwirkung werden nämlich die Fette und Proteine chemisch verändert und damit gesundheitlich wertlos. Bei den Fettsäuren werden Doppelbindungen aufgebrochen und es entstehen ernährungsphysiologisch weniger wertvolle gesättigte Fettsäuren. Solche chemischen Veränderungen, man spricht von „Denaturierung“, treten bei Hanföl schon unter 50 Grad auf. Es ist daher wichtig, Hanföl nur aus zuverlässiger Quelle zu beziehen, oder gleich ganz auf Hanfsamen auszuweichen und sein Öl nach Bedarf in kleinen Mengen frisch pressen zu lassen ( „Zehlendorfer Ölmühle“, Tel. 030-802 12 03, Fax –802 13 03. Diese Mühle vertreibt auch Haushaltsölmühlen). Auch die Hanfsamen sollte natürlich Rohkostqualität haben (z.B.“Heinemann Naturversand“ mit dem wohl größten Angebot an Hanfprodukten zur Ernährung und Körperpflege). Ich verzichte an dieser Stelle darauf, auf die negativen Wirkungen denaturierter Eiweiße und Fette im Körper einzugehen (vgl. die Professoren Koerber, Männle,Leitzmann, „Vollwert-Ernährung, Konzeption einer zeitgemäßen Ernährungsweise“, Haug , und Helmut Wandmaker, „Willst Du gesund sein, vergiss den Kochtopf“, Goldmann).

Nur Hanföl aus 1.Kaltpressung, „extra vergin“, ist wirklich nicht erhitzt. Dies gilt auch für andere Pflanzenöle wie Olivenöl. Wenn nur die Bezeichnung „kaltgepresst“ auf dem Etikett steht, kann das Öl bei einer Temperatur bis 70 Grad extrahiert worden sein! Verglichen mit der Heisspressung ist die Ölausbeute bei kaltgepresstem Hanföl „extra vergin“ relativ gering und beträgt nur maximal 75% des im Samen enthaltenen Öls. Daher sind wirklich kaltgepresste Öle im Vergleich zu Ölen aus Heißpressung oder chemischer Extraktion mit Lösungsmitteln teurer. Der höhere Preis sollte aber von Gesundheitsbewussten angesichts der höheren Qualität unbedingt in Kauf genommen werden.

Das Öl wird im Samen von einer festen Fruchtschale umhüllt, welche den Samen vor Licht, Luft und Hitze schützt. Um ein Ranzigwerden des empfindlichen Öls zu verhindern, sollte es immer gut verschlossen in dunklen Flaschen und kühl, am Besten im Kühlschrank, aufbewahrt werden. Durch seinen ungewöhnlich hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren bleibt Hanföl, auch bei niedrigen Temperaturen flüssig. Wenn das Öl streng riecht oder bitter schmeckt, ist es ranzig geworden und muss weggeschüttet werden.

Aufgrund seines Fettsäurespektrums und seines Gehaltes an Vitamin E, B-Vitaminen und Mineralstoffen gehört Hanföl zur Spitzengruppe bester Pflanzenöle. Es kann nicht nur für Salate verwendet werden, sondern auch zum Backen, Braten und Kochen. Beim Erhitzen pflanzlicher Öle wie Hanföl über zehn Minuten bei 220 Grad entstehen allerdings gesundheitlich unerwünschte trans-Fettsäuren zu einem sehr geringen Anteil von 0,85 Prozent vom Gesamtfettsäurengehalt (Mölleken 1998). Trans-Fette werden als Ursache für verschiedene Krankheiten diskutiert. Die „Ärzte-Zeitschrift“ empfiehlt zwar bereits 1994: „Verwenden Sie zum Braten, Frittieren und für Salate hochwertiges Pflanzenöl.“ Ich empfehle aber fürs längere Erhitzen über 180 Grad wie zum Frittieren das chemisch stabile Olivenöl oder raffiniertes Rapsöl, was geschmacklich vollkommen neutral ist.

 

Warum sind – die richtigen – Fette und Öle so wichtig für eine gesunde Ernährung?

Fette weisen den höchsten Brennwert unter den Basisnährstoffen auf. Der Körper gewinnt aus Fetten doppelt so viel Energie wie aus Kohlenhydraten. Macht Fett daher fett? Wenn es nicht im Übermaß verzehrt wird, besteht keine Gefahr. Gesunde Fette wie im Hanföl und im Hanfsamen sowie gutes Olivenöl sind für unseren Körper lebenswichtig und helfen nachweislich sogar beim Abnehmen! Professor Hamm beklagt, dass viele junge Frauen wegen ihrem Diätwahn und dem Weglassen auch des Salatöls Vitaminmangelerscheinungen haben und die Gruppe darstellt, welche bei uns am meisten von Mangelerscheinungen oder Vitalstoffdefiziten betroffen ist.

Die meisten Menschen essen zu fett, und dabei noch die falschen Fette, nämlich gesättigte und gehärtete, sogenannte trans-Fettsäuren in Wurst, Frittierfett, Schokolade und Margarine, die zu hohem Cholesterinspiegel und Ablagerungen in den Arterien führen können. Vor allem ungesättigte Fettsäuren sind Bestandteile der Zellmembranen und halten die Zellmembran elastisch und durchlässig für Nährstoffe und Stoffwechselprodukte. Sie dienen außerdem als Ausgangssubstanzen für den Aufbau von Eikosanoiden, die eine wichtige Rolle bei der Regulierung von allergischen und entzündlichen Reaktionen spielen sowie zum Aufbau von hormonähnlichen Substanzen, den Prostaglandinen. Fettgewebe schützt und ummantelt die inneren Organe wie Gehirn und Leber und verhütet im Unterhautgewebe Wärmeverlust.

Nächste Woche schließen wir direkt bei diesem Thema an, denn über die guten Fettsäuren haben wir noch einiges zu berichten!
Wir machen uns jetzt erstmal Frühstück mit leckerem veganen Aufstrich!♥

(Quelle: Barbara Simonsohn, “Superfood Hanf – Eiweißwunder und Heilmittel”, Schirner-Verlag, 32 Seiten, 12,90 Euro, www.Barbara-Simonsohn.de)

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