Hanf

Hanf

Hanf gehört zu jenen Lebensmitteln, die sich durch ihre ungewöhnlich hohe Nährstoffdichte auszeichnen und deren Nähr- und Vitalstoffe in so ausgewogener Form vorliegen, dass man sie auch Superfoods nennt. Superfoods sind also Lebensmittel, die uns bereits durch den Verzehr geringer Mengen eine große Bandbreite gesundheitlicher Vorteile bieten können. Hanf eignet sich jedoch nicht nur als Lebensmittel. Hanf ist ein nachwachsender Rohstoff für so vielfältige Einsatzgebiete, dass er zu Recht als Wunderpflanze bezeichnet wird.

1. Vitamine im Hanf

Hanfnüsschen enthalten reichhaltige Mengen an Antioxidantien sowie Vitamin E und die B-Vitamine. Besonders für Vitamin B2 (Riboflavin) ist Hanf eine hervorragende Quelle. Bislang galten Fleisch und Milchprodukte immer als die üppigsten Vitamin-B2-Lieferanten. In Hanf jedoch findet man deutlich mehr Vitamin B2 als in tierischen Produkten (es sei denn man isst gerne Leber).
Vitamin B2 spielt unter anderem beim Muskelaufbau, bei der Bildung der Stresshormone, für die Schilddrüse, die Augen und die Sehschärfe sowie in der Hautpflege eine wichtige Rolle. Rissige Mundwinkel, gesprungene Lippen, brennende Augen und schuppende Haut an Nase, Mund, Stirn oder Ohren sind mögliche Anzeichen eines Vitamin-B2-Mangels.

Unter den im Hanfprotein vorliegenden Aminosäuren befinden sich auch reichliche Mengen der beiden schwefelhaltigen Aminosäuren Methionin und Cystein. Sie sind u. a. an der Entgiftung der Zellen und der Produktion von vitalen Enzymen beteiligt. Zudem ist Hanf reich an den sog. verzweigtkettigen Aminosäuren, die für das Wachstum der Muskeln und deren Reparatur nötig sind.

2. Hanf unterstützt die Entgiftung des Körpers

GLA aktiviert zudem das Stoffwechselgeschehen ganz erheblich. Die Fettsäure sorgt dafür, dass eingelagertes Fett effektiver für die Energiegewinnung eingesetzt und folglich schneller abgebaut wird. GLA ist ferner am ordnungsgemäßen Funktionieren des zellulären Energieversorgungssystems namens Natrium-Kalium-Pumpe beteiligt.

Die Natrium-Kalium-Pumpe versorgt die Zellen mit Nährstoffen und entfernt gleichzeitig giftige Abfallprodukte aus der Zelle. Arbeitet die Natrium-Kalium-Pumpe nur unzureichend, müssen Toxine in den Zellen gelagert werden, die Zellen werden störanfällig und der gesamte Stoffwechsel verlangsamt zusehends. Hanf ist also maßgeblich an einer reibungslosen Entgiftung des Organismus beteiligt.
(Quelle Textauszug „Zentrum der Gesundheit“)

3. Hanf – für Vegetarier, Veganer und Rohköstler fast schon ein „Muss“

„Der Trend ins Vegetarische ist unaufhaltsam. Vielleicht isst in 100 Jahren kein Mensch mehr Fleisch“, Helmut Maucher, ehemaliger Generaldirektor von Nestlé

Ernährungswissenschaftler wie Professor Dr. Claus Leitzmann, ehemals Universität Gießen, propagieren eine pflanzenbetonte Kost aus Bio-Anteil mit einem Frischkostanteil von etwa fünfzig Prozent auch zum Schutz vor Herzinfarkt und Schlaganfall. Die China-Study erbrachte beeindruckende Ergebnisse für die Vorzüge einer veganen Ernährung. Allerdings leben „Puddingvegetarier“, die einfach nur Fleisch weglassen, nicht gesünder als Fleischesser. In Deutschland ernähren sich nach einer Befragung vom „Focus“ rund 7,8  Millionen Menschen vegetarisch, das sind fast 10 Prozent der Gesamtbevölkerung, die Anzahl der Veganer, die komplett auf Produkte tierischer Herkunft verzichten, wir  auf 900 000 geschätzt (Focus, VEBU), das sind 1,1% der Bevölkerung. Die meisten Vegetarier ernähren sich ovo-lacto-vegetabil, das heißt, sie essen auch Milchprodukte, Eier und andere Produkte vom Tier wie Honig.  Als Vegetarier und besonders als Veganer und Rohköstler sollte man sich gut informieren, was die Nährstoffzusammensetzung der Lebensmittel betrifft, um keinen Mangel zu erleiden. So bezeichnet die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) die vegane Ernährung als dauerhafte gesunde Lebensweise nur für Erwachsene als geeignet. Weltweit gibt es übrigens laut „Planet Wissen“ mehr als eine Milliarde Vegetarier, darunter sind allein 200 Millionen Inder.

Veganer sollten sich um Superfoods kümmern, welche eine derartige Nährstoffdichte aufweisen, dass die Vitalstoffspeicher gut gefüllt werden. Besonders wichtig ist es natürlich, auf Superfoods zurückzugreifen, die genau die Nährstoffe enthalten, welche bei veganer Lebensweise kritisch sind. Hier kommen die kleinen Hanfsamen ins Spiel, die eigentlich kleine Nüsse darstellen. Sie sind züchterisch kaum bearbeitet, weil THC-freier Nutzhanf erst seit 1997 in der EU zugelassen ist und hauptsächlich für die Fasergewinnung angebaut wird. Hanf enthält das ideale Fettsäuren-Profil von Omega-3- zu 6- zu 9-Fettsäuren. Essenzielle Omega-3-Fettsäuren sind in der Ernährung von Veganern meist unterrepräsentiert. Fast alle Nüsse, bis auf Walnüssen und Zedernnüssen, sind Omega-6-lastig. Das gesunde Verhältnis ist 4 zu 1 von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren. Genauso liegt es in Hanfsamen vor. Wir könnten als Fettquelle ausschließlich Hanfsamen und Hanföl verwenden, und wir würden zeitlebens an keiner Fettsäure irgendeinen Mangel erleben!

Für Veganer und Rohköstler ist wichtig zu wissen, dass Hanf die Fettsäure Stearidonsäure enthält, die sonst nur im Kernöl der Schwarzen Johannisbeere zu finden ist. Sie wird normalerweise aus der Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure gebildet. Bei den allermeisten Menschen aber ist dieser Umwandlungsprozess gestört aufgrund von Stress, Alkohol, Übergewicht, zu hohe Blutzuckerwerte, Transfettsäuren in der Nahrung, höheres Alter, genetische Defekte, Kaffee oder genetische Defekte. Stearidonsäure SDA ist aber notwendig zur Bildung der gehirnaktiven Fettsäuren DHA und EPA. Wer zwei Mal die Woche Wild-Fisch isst, ist damit gut versorgt. Nicht aber Vegetarier, Veganer und Rohköstler. Für Menschen, die keinen Fisch essen, ist Hanf daher ein Geschenk des Himmels. DHA- und EPA-Fettsäuren sind wichtig für die gesunde Gehirnentwicklung von Babys, für ein gutes Gedächtnis, die Fähigkeit, sich zu konzentrieren, und zur Prophylaxe von Alzheimer und Demenz. Stearidonsäure ist außerdem ein wichtiger Ausgangsstoff für die Bildung von Godoleinsäure, die als Zwischenstufe bei der Bildung von Nervonsäure dient, die wiederum zur Bildung von Cerebrosiden, Bestandteil der weißen Hirnsubstanz, benötigt wird. Stearidonsäure ist eines der Hauptelemente der Nervenzellen des Gehirns. In Hanf liegt Stearidonsäure fix und fertig vor. Und: Hanföl und Hanfsamen – am beliebtesten sind die geschälten – schmecken ausgesprochen lecker.

Veganer und Rohköstler haben oft Probleme mit der Eiweißversorgung. Fehlt nur eine essenzielle Aminosäure, kann der Körper mit den anderen wenig anfangen. Soja-Eiweiß und Lupinen-Eiweiß enthalten schwer verdauliches Eiweiß mit hohem Allergiepotenzial. Außerdem steckt Soja voller Östrogene. In einem Glas Sojamilch steckt so viel von diesem Hormon wie in einer Antibabypille! Auch Seitan ist keine gute Idee, seinen Eiweißbedarf zu decken, weil es sich um das Klebereiweiß von Weizen handelt und voller Gluten steckt. Wer zu Recht seinen Weizenkonsum drosselt, sollte daher um Seitan einen großen Bogen machen. Hier kommt das „Eiweißwunder Hanf“ ins Spiel. Hanf enthält –selten im Pflanzenreich – alle essenziellen Aminosäuren, welche der Körper durch die Nahrung aufnehmen muss. Und das auch noch in ausgewogener Zusammensetzung mit idealem Aminosäure-Profil. In Hanf findet sich die Aminosäure Lysin, die in pflanzlichen Lebensmitteln nur sehr selten anzutreffen ist. Lysin beugt Burnout vor. Nur Spirulina, Moringa und Afa-Algen enthalten ähnlich viel Eiweiß als Hanf mit rund 25% vom Gesamtgewicht, allerdings sind dies Nahrungsmittelkonzentrate, denen das Wasser entzogen wurde. Was sensationell an Hanf ist: zu 65% liegen die Eiweiße in Form von Edestin und Albumin vor. Diese Eiweiße sind dem menschlichen Eiweiß so ähnlich, dass sie unmittelbar vom Körper aufgenommen werden. Edestin und Albumin werden als einzige Proteinquelle für Tiere genutzt, und aus ihnen bildet der Körper Immunglobuline, die vorderste Linie der Immunsystem-„Soldaten“ des Körpers. Die Bioverfügbarkeit der Hanf-Eiweiße ist einzigartig.

Woran Veganer und Rohköstler ebenfalls Mangel leiden können, sind Eisen, Kalzium, Folsäure, Zink und Vitamin D. Veganer leiden oft unter einem Kalziummangeln und haben dadurch ein höheres Knochenbruchrisiko. Hanf enthält 150 Milligramm pro 100 Gramm Kalzium. Nur 30 Gramm Hanfsamen decken den täglichen Bedarf dieses Knochen- und Anti-Stress-Minerals. Mehr als 300 Enzyme sind für ihre Wirksamkeit von einem ausreichenden Zinkspiegel abhängig. Die WHO Weltgesundheitsorganisation hat Zink zum „Haupt-Mangelelement“ erklärt. In Hanf finden sich 7 Milligramm pro 100 Gramm, das ist die Hälfte des täglichen Bedarfs. Zink beugt Depressionen und Antriebsschwäche vor. Eisen ist wichtig für die Blutbildung und Lebenskraft. Eisenmangel ist verbreitet unter menstruierenden Frauen, Vegetariern und Veganern. Der Eisengehalt von Hanf ist höher als in Fleisch. Der Bedarf ist bei Vegetariern um den Faktor 1,8 erhöht, da Eisen aus Pflanzen schlechter aufgenommen wird als Eisen aus Fleisch. Nur 60 Gramm Hanfsamen decken die Hälfte des täglichen Eisenbedarfs. Hanfsamen enthalten 18 Mikrogramm Folsäure oder Vitamin B9 pro 100 Gramm. Kochen zerstört rund die Hälfte der Folsäure. Dr. U. P. Burgerstein in „Handbuch Nährstoffe“: „Ein Mangel an Folsäure ist einer der häufigsten Vitamin-Mangelerscheinungen.“ Vitamin B9 senkt das Risiko für Krebs und Herzinfarkt. Weitere gute Folsäurequellen sind Bierhefe, Rote Bete und Moringa-Blattpulver.

Auch Vitamin D ist in Hanf enthalten in Form von Calciferol. Allerdings kann der Körper dieses „Sonnenvitamin“ auch selbst bilden, vorausgesetzt, man lässt sich von der Sonne bescheinen und verwendet keinen Sonnenschutz. Sogar Vitamin B12 findet sich in Hanf, und zwar in der Form von Cobalamin, nicht in analoger Form, wie es der Körper verwerten kann. In dieser verwertbarer Form findet sich Vitamin B12 im Pflanzenreich sonst nur in Moringa-Blattpulver. Vitamin B12 findet sich auch in Milchprodukten. Aber: Veganer und Rohköstler sollten regelmäßig ihren Vitamin-B12-Status überprüfen lassen und notfalls substituieren, zum Beispiel mit Zahnpasta, die mit Vitamin-B-12 angereichert ist und in fast jedem Bio-Supermarkt zu finden ist.

Hanf ist also eine der besten Proteinquellen, die es gibt, und ist sehr leicht verdaulich. Nur eine Handvoll deckt den täglichen Proteinbedarf. Mit seinem idealen Fettsäurespektrum sind auch Veganer und Vegetarier auf der sicheren Seite. Aus Hanföl und Hanfmehl lassen sich wertvolle Gesichtscremes und andere Kosmetika selbst herstellen. Hanf steckt voller Antioxidanzien und enthält mehr Vitamin E als Weizenkeime. Außerdem noch Gammalinolen-Säure GLA, was sonst nur in der menschlichen Muttermilch, in Borretschöl und Nachtkerzenöl zu finden ist und Entzündungen eindämmt. Die DGE rät vorsichtshalber Schwangeren und Stillenden von einer veganen Ernährung ab. Auch bei Säuglingen und Kleinkindern sieht sie eine ausreichende Nährstoffversorgung nicht sichergestellt. Vielleicht kennt die DGE Hanf nicht? Der Vegetarierbund empfiehlt ausdrücklich Hanf zum Beispiel als Quelle für Omega-3-Fettsäuren. Für Veganer ist Hanf ein Geschenk des Himmels, und geschälte Hanfsamen und Hanföl haben Gourmet-Qualität. Aber auch für alle anderen gilt: Hanf sollte in keiner gesundheitsbewussten Küche fehlen!

Literaturtipp: Barbara Simonsohn, „SUPERFOOD HANF. Eiweißwunder und Heilmittel”, viele Abbildungen und Rezepte (auch für Naturkosmetik), Schirner-Verlag, 133 Seiten, 12,95 Euro.

Kontakt zur Autorin: www.Barbara-Simonsohn.de Tel. 040-895338

www.vebu.de (Internetseite des Vegetarier-Bundes Deutschland)

1Kommentar
  • Ute Backes

    September 25, 2017 at 9:07 pm Antworten

    Ich bin gespannt, dieses Produkt kennenzulernen und freue mich wenn ich es schaffe unter den ersten 3 zu sein.

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